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Sprüche über Gefahr

564 Sprüche — Seite 19

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Der Mittelweg ist oft doppelt gefährlich.

    Christian Dietrich Grabbe

  2. Flieg nicht hoch empor, dann kannst du auch nicht stürzen

  3. Der geringe Schaden, welchen der Igel anrichtet, kann gegenüber dem von ihm gebrachten Nutzen kaum in Betracht kommen, zumal jener noch keineswegs genügend erwiesen ist.

    Alfred Edmund Brehm

  4. O Wanderer, steh und schau: Hier fiel ich - in die Hände meiner Frau! Bete für mich ein fromm Gebet, dass es dir nicht wie mir ergeht.

    Otto Julius Bierbaum

  5. Furcht macht verächtlich, und Verachtung ist gefahrvoller als Hass.

    Johann Jakob Engel

  6. Wer Aufopferung als Lebensinhalt akzeptiert, wird ein Opfer seiner selbst.

    Else Pannek

  7. Menschen, die sich überschätzen, richten ihr Chaos an wie ein kaltes Buffet.

    Else Pannek

  8. Nichts ist so gefährlich wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen.

    Oscar Wilde

  9. Doch manchen stürzt schon die Hoffnung auf Gewinn in sein Verderben.

    Sophokles

  10. Fürchtet einer das Feuer, so riecht er allenthalben Rauch.

    Jeremias Gotthelf

  11. Dem, welcher ein Bein gebrochen hat, kann man dadurch sein Unglück doch erträglicher machen, wenn man ihm zeigt, dass es leicht hätte das Genick treffen können.

    Immanuel Kant

  12. Fluche einem Nachbarn, und du gräbst zwei Gräber.

  13. Macht ist eine Leiter mit angesägten Sprossen.

    Philip Chesterfield

  14. Eigentlich müßte man sich fürchten, aus dem Haus zu treten.

    Franz Kafka

  15. Nur die Frau kann eine Familie schaffen. Aber eine Familie kann auch an ihr zerbrechen.

    Mutter Theresa

  16. Wenn das Glück dir Küchlein backt, so will es dich fassen und erdrücken

  17. Schon wer nur ein kleines Lichtlein in der Dunkelheit anzündet, lockt die Mücken an

    Franz von Sales

  18. An verblendeter Mutterliebe sind mehr Menschen zugrunde gegangen als an der gefährlichsten Kinderkrankheit.

    Otto von Leixner

  19. Brennt unser Haus und können wir nicht löschen, so lasst uns wenigstens die Hände wärmen.

    Franz Grillparzer

  20. Mensch: ein Tier, das Geschäfte macht; kein anderes Tier tut dies - kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen.

    Adam Smith